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Praxis Dr. Jens Quaas Stralsund Frauenarzt
 
 
 
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Patienteninformation

Liebe Patienten!

Wir Ärzte sind vom Gesetzgeber her aufgefordert, Sie über bestimmte medizinische Aspekte zu informieren (das begrüße ich sehr) und diese Patienteninformation schriftlich zu dokumentieren. Bitte lesen Sie dieses Informationsblatt aufmerksam. Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.

Desweiteren möchte ich Sie über wichtige Neuerungen in der medizinischen Versorgung und zu Besonderheiten in unserer Praxis informieren.

Seit Oktober 2002 hat sich die gesetzliche Krebsvorsorge ein wenig geändert. Der Test auf Blut im Stuhl wird nicht wie früher ab dem 45. Lebensjahr, sondern ab dem 50. bis zum 55. Lebensjahr ein mal jährlich durchgeführt. Ab dem 56. Lebensjahr können Sie sich entscheiden, ob Sie alle 2 Jahre einen Stuhlgangstest durchführen wollen oder aber 2 Darmspiegelungen in einem Abstand von 10 Jahren in Anspruch nehmen möchten. Die Gesamtsituation erscheint wieder wie eine Sparmaßnahme, ist medizinisch aber doch sehr sinnvoll. Die Darmspiegelung ist zwar nicht unbedingt angenehm, führt aber zu einer verbesserten Darmkrebsfrüherkennung. Bitte überlegen Sie sich Ihre Entscheidung genau, ich berate Sie gern.

2005 wurde in Deutschland eine gesetzlich garantierte Brustkrebsfrüherkennung mittels Mammographie eingeführt. Dieser Schritt ist aus meiner Sicht äußerst begrüßenswert. Wenn Sie zwischen 50 und 69 Jahre alt sind, erhalten Sie jedes zweite Jahr einen Brief, der Sie zu einer Mammographie-Untersuchung einlädt. Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Im Folgenden möchte ich Ihnen Informationen über bestimmte diagnostische und therapeutische Methoden, deren Einsatzmöglichkeiten z.B. in der Früherkennung sowie deren Kostenklärung geben. Grundsätzlich ist hervorzuheben, dass die überwiegende Zahl der hier angesprochenen Methoden im Krankheitsfall von allen Krankenkassen getragen werden.

Wie Sie sicher wissen, gibt es Untersuchungsmethoden, die nachgewiesenermaßen sinnvoll sind, jedoch in bestimmten Situationen nicht von den Kassen bezahlt werden (z.B. die Mammographie im Rahmen der Krebsvorsorge vor dem 51. Lebensjahr). Andererseits gibt es Methoden, die sinnvoll erscheinen, deren medizinischer Nutzen jedoch wissenschaftlich noch nicht sicher nachgewiesen wurden (z.B. der gynäkologische Routine-Ultraschall) und somit auch nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Weiterhin gibt es therapeutische Maßnahmen, die in die Diskussion gekommen sind (z.B. die Hormontherapie in den Wechseljahren und danach).

Ich hoffe, Sie verstehen, dass die Diskussion aller im folgenden erwähnten Methoden den Rahmen einer normalen Sprechstunde sprengen würde. Sie sollten daher auf unser Gespräch vorbereitet sein und uns gegebenenfalls auch zu einem zweiten oder dritten Gesprächstermin treffen.

  • 1. Mammographie und Brust-Ultraschall in der Krebsvorsorge
  • 2. Gynäkologischer Routine-Ultraschall
  • 3. Ultraschall zur Lagekontrolle einer Spirale
  • 4. Krebsvorsorge am Gebärmutterhals
    • a. Test auf Humane Papillomaviren
    • b. Dünnschicht-Zytologie (spezieller Krebsabstrich)
  • 5. Hormontherapie in den Wechseljahren und danach

1. Mammographie und Brust-Ultraschall in der Krebsvorsorge

Ich bin überzeugt, dass diese beiden Untersuchungen deutlich zur Früherkennung von krankhaften Veränderungen, insbesondere aber von Krebserkrankungen beitragen. Sind Sie jünger als 50 Jahre, so wird zumindest eine Basismammographie, ggf. mit Brustultraschall ab dem 40. Lebensjahr empfohlen. Der Brust-Ultraschall ist besonders bei Frauen unter 40 Jahren sinnvoll. Wichtig: Die Krankenkassen übernehmen grundsätzlich immer die Kosten in Verdachtsmomenten (z.B. Knoten).

2. Gynäkologischer Routine-Ultraschall

Ähnliches gilt für den gynäkologischen Routine-Ultraschall bei Gesunden. Ich bin auch hier überzeugt, dass diese Untersuchung zur Früherkennung von krankhaften Veränderungen z.B. am Eierstock, insbesondere aber von Krebserkrankungen beitragen kann. Zu empfehlen ist ein jährlicher Früherkennungs-Ultraschall. Grundsätzlich gilt hier aber auch: Wer sich den gynäkologischen Ultraschall nicht leisten kann, ist nicht wirklich schlechter versorgt. Dies liegt daran, dass der gyn. Ultraschall als Früherkennungsmaßnahme in individuellen Situationen seine Bedeutung hat. Als Massenuntersuchung in der Routine konnte dieses aber bisher nicht nachgewiesen werden.

3. Ultraschall zur Lagekontrolle einer Spirale

Eine liegende Spirale sollte jährlich mittels Ultraschall auf korrekte Lage kontrolliert werden. Diese Kosten werden nicht von der Krankenkasse getragen (wie. z.B. auch die Spiraleneinlage oder die Pille).

4. Krebsvorsorge am Gebärmutterhals

a. Die HPV-Typisierung - sucht nach Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV) am Muttermund und in der Scheide. Diese Infektion ist nicht selten und stellt für sich allein keine Gefahrensituation dar. Der Nachweis einer Infektion ist kein Hinweis auf das Vorliegen einer Vorstufe oder des Gebärmutterhalskrebses an sich. Es ist jedoch nahezu sicher, dass sich am Gebärmutterhals ohne Humane Papillomaviren kein Krebs entwickeln kann. Das Nichtvorhandensein dieser Viren gibt Ihnen eine wesentlich höhere Sicherheit gesund zu sein. Das Vorhandensein dieser Viren gibt ein höheres Risiko an. Tatsächlich zeigt sich dann nur selten wirklich eine Krebsvorstufe. Der Nachweis dieser Viren erfordert eine wiederholte Spezialuntersuchung oft in Spezialsprechstunden ggf. mit Probenentnahme. Diese biete ich Ihnen im entsprechenden Fall an.

Von viel größerer Bedeutung ist Ihre „Verunsicherung" bei positivem Test. Meine Sorge ist, dass Sie diese mit nach Hause nehmen.

Der Test ist also für die Krebsvorsorge noch nicht ganz tauglich (und wird daher nicht bezahlt), bei regelmäßiger Teilnahme an der Krebsfrüherkennung ist die bisherige Methode sicher nicht schlechter. Für den Fall eines unauffälligen HPV-Test ist dieser jedoch die beste Möglichkeit, das Krebsrisiko nahezu auszuschließen (nur am Gebärmutterhals!!!).

b. Die Dünnschichtzytologie (spezieller Krebsabstrich)

Diese besondere Form des Krebsabstriches ermöglicht es, mehr Zellen in besserer Qualität zu untersuchen, als es bei der herkömmlichen Abstrichmethode der Fall ist. Es ergibt sich dadurch eine bessere Aussage über das Vorliegen einer Krebsvorstufe. Der wissenschaftliche Beweis zum Vorteil gegenüber einer jährlichen Krebsvorsorge ist noch nicht endgültig abgeschlossen (daher wird es nicht bezahlt). Bei regelmäßiger Teilnahme an der Krebsfrüherkennung ist die bisherige Methode sicher nicht schlechter. Der Vorteil der Dünnschichtzytologie liegt in einer höheren Aussagekraft im Vergleich der einzelnen Abstrichmethoden, d. h. bei lange zurückliegendem Abstrich ist die Dünnschichtzytologie aussagekräftiger als die herkömmliche Methode. Insgesamt scheint die Sicherheit durch die Dünnschichtzytologie jedoch nicht erhöht.

5. Hormontherapie in den Wechseljahren und danach

Seit Jahren werden Ärzteschaft und Patientinnen mehr und mehr über mögliche Nebenwirkungen dieser Therapie verunsichert. Die vorhandenen Studienergebnisse sind widersprüchlich und oft ungenau. Zu erwähnen sind das Risiko an Brustkrebs oder Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen zu erkranken. Sicher ist, dass diese Hormone aus einer gesunden Brustzelle keine Krebszelle machen. Eine jedoch schon vorhandene (unsichtbare) Krebszelle könnte aber durch Hormone zu schnellerem Wachstum angeregt werden. Das betrifft ca. 1,5 bis 6 von 1000 Frauen nach einer Einnahme von 5-10 Jahren. 1 Jahr nach Therapieende ist das Brustkrebsrisiko wieder ausgeglichen. Bestehende Herz-Kreislauf Erkrankungen könnten ebenfalls durch Hormone ungünstig beeinflusst werden. Letztendlich muss festgestellt werden, dass eine Hormontherapie in den Wechseljahren bei Beschwerden sinnvoll und empfohlen wird. Wichtig ist die Frage nach Vorerkrankungen und Familienrisiken sowie der Grundsatz, so niedrig dosiert wie möglich und so lange wie nötig (d.h. so lange ohne Hormone Beschwerden bestehen). Wir müssen also gemeinsam immer neu diskutieren, ob eine Hormontherapie begonnen werden kann bzw. weitergeführt werden sollte. Hierzu ist die Information zu Ihrem Gesundheitszustand insbesondere aus internistischer Sicht wichtig.

Zusammenfassend bleibt festzustellen:
Bedenken Sie, dass Sie sich diese Untersuchung leisten, um sicherer zu sein, dass Sie gesund sind. Im Krankheitsfall werden die meisten der erwähnten Untersuchungsmethoden von den Krankenkassen übernommen. Weitere Informationen bekommen Sie in unserem gemeinsamen Gespräch oder durch die Schwestern.

Praxisinformation:

Unsere Sprechzeiten bleiben unverändert (weiterhin Spätsprechstunde am Mittwoch von 16 - 20 Uhr, termingebundene Sprechstunde an einem Sonnabendvormittag ca. alle 6-8 Wochen, seit März 2003 ist der Freitag mein OP-Tag).

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