Krebsnachsorge

Die Krebsnachsorge ist schon immer ein sehr diskutiertes Thema gewesen. Wurde noch vor wenigen Jahren routinemäßig jährlich ein aufwendiges Nachsorgeprogramm propagiert, so ist man zur Zeit zurückhaltender. Der ursprüngliche Gedanke, wie bei der Krebsfrüherkennung, Metastasen oder Rezidive (Wiedererkrankungen) so früh wie möglich zu entdecken, um diese dann besser behandeln zu können, scheint einleuchtend, hat sich jedoch unter den derzeitigen Therapiemöglichkeiten nicht generell in der Praxis bestätigt. Ergebnisse von großen Studien weltweit zeigen, dass der Verlauf der Erkrankung hinsichtlich einer Lebensverlängerung mit den zur Zeit zur Verfügung stehenden Therapiemethoden weniger durch den Zeitpunkt der Entdeckung von Metastasen bzw. Rezidiven zu bestimmt wird. Das heißt nicht, dass der Verlauf einer metastasierten Erkrankungssituation nicht beeinflussbar sei bzw. Metastasen oder Rezidive innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen müssen, sondern „lediglich“ dass die sogenannte Prognose von der Biologie des Krebses bei jeder einzelnen Patientin abhängt. Unsere Sorge ist daher die Frage: Wie kann ich Leiden unter Krebs verhindern oder verringern? Im weitesten Sinne entspricht das einer Art von Lebensverlängerung. Die meisten Therapiestrategien und wissenschaftlichen Fragestellungen richten sich derzeit nach diesem Grundanliegen.

Unter diesem Aspekt sind auch die derzeitigen Empfehlungen zur Krebsnachsorge zu verstehen.

Ganz neue Forschungsergebnisse insbesondere zu Prognoseparametern für Therapieoptionen könnten dieses Konzept schon wieder verändern.

Ich führe die Krebsnachsorge wie folgt durch:

  1. Grundsatz: Das Gespräch, das Allgemeinbefinden und die Untersuchung des erkrankten Organs sind die Basis der Krebsnachsorge.
  2. Grundsatz: Aparative Untersuchungen (z.B. CT, MRT, Knochenszintigraphie) und Speziallabor nur als Basisdiagnostik (Ausgangsbefund), nicht generell routinemäßig.
  3. Grundsatz: Das Sicherheitsbedürfnis der Patientin und gemeinsame Gespräch bestimmt das Ausmaß aller Untersuchungen.
  4. Allgemein: Zusätzlich zur Krebsvorsorge wird jährlichen eine Mammographie und ein vaginaler Ultraschall angestrebt.

Brustkrebs:

  • Untersuchungen 3 Jahre vierteljährlich, 2 Jahre halbjährlich, dann jährlich
  • Mammographie nach Brusterhaltung, operierte Seite 3 Jahre halbjährlich, dann jährlich, gesunde Seite jährlich
  • Tumormarker nach Absprache

Gebärmutterhalskrebs:

  • Untersuchungen 3 Jahre vierteljährlich, 2 Jahre halbjährlich, dann jährlich
  • zur Untersuchung gehören Tasten, Ultraschall, Kolposkopie
  • Tumormarker nach Absprache

Eierstockskrebs

  • Untersuchungen 2 Jahre vierteljährlich, 3 Jahre halbjährlich, dann jährlich
  • zur Untersuchung gehören Tasten, Ultraschall, Kolposkopie, Tumormarker

Gebärmutterkrebs

  • Untersuchungen 3 Jahre vierteljährlich, 2 Jahre halbjährlich, dann jährlich
  • zur Untersuchung gehören Tasten, Ultraschall, Kolposkopie
  • Tumormarker nach Absprache

Allgemeine Methoden zur speziellen Diagnostik:

  • Ultraschall, Röntgen, Knochenszintigraphie, CT, MRT